Wir haben es getan ....
Es gibt diese Geschichten, bei denen man als Agentur lieber diskret weghört. Zum Beispiel jene vom KMU, das seit Jahren sagt: «Unsere Website sollten wir unbedingt auch mal wieder anschauen.»
Tja.
Wir waren dieses KMU.
Während wir für unsere Kund:innen Websites konzipierten, Inhalte überarbeiteten, Marken schärften und digitale Auftritte fit für die Zukunft machten, passierte bei uns genau das, wovor wir andere regelmässig warnen: Wir stellten uns selbst hinten an. Kundenprojekte waren dringender. Deadlines konkreter. Neue Aufgaben kamen dazu. Und unsere eigene Website? Die läuft ja noch. Irgendwann wird aus «Das machen wir dann» erstaunlich zuverlässig «Das hätten wir schon längst machen sollen».
Das ist vermutlich einer der bequemsten Sätze im ganzen Digitalbereich. Denn «sie läuft ja noch» bedeutet eben nicht automatisch, dass sie noch zu einem passt.
Bei uns war genau das der Punkt. Nicht unsere Arbeit war stehen geblieben, sondern ihr digitales Abbild. Unser Angebot hatte sich weiterentwickelt. Unsere Erfahrung wuchs. Unsere Arbeitsweise direkter, persönlicher und präziser.
Nur sah man davon auf unserer Website immer weniger.
Und das ist eine ziemlich unangenehme Erkenntnis, wenn man als Profi (räusper) beruflich genau dafür zuständig ist.
Denn eine Website ist nicht einfach eine digitale Visitenkarte, die man einmal gestaltet und dann für ein paar Jahre in Ruhe lässt. Sie erzählt, wie ein Unternehmen sich selbst versteht. Was ihm wichtig ist. Wie es spricht. Wofür es steht.
Wenn sich das Unternehmen verändert, die Website aber nicht, entsteht irgendwann eine Lücke. Bei uns war diese Lücke grösser geworden, als uns lieb war.
Sind wir deshalb verstaubt?
Nein. Ganz im Gegenteil.
Wir haben uns in den letzten Jahren hinter den Kulissen fachlich, technisch und als Agentur weiterentwickelt. Wir haben neue Werkzeuge integriert, Prozesse verändert, Erfahrungen gesammelt und einen Orbit aus ausgewiesenen Kreativtrabanten um uns herum aufgebaut.
Nur hatten wir vergessen, das zu erzählen. Vielleicht ist genau das unsere wichtigste Erkenntnis aus diesem Prozess: Die eigene Kommunikation verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie die unserer Kund:innen. Nicht irgendwann, wenn einmal Zeit ist. Sondern regelmässig.
Denn wenn man selbst nicht zeigt, wer man geworden ist, bleibt nach aussen irgendwann nur sichtbar, wer man einmal war.
Und ja: Diese Erkenntnis hätten wir eigentlich schon haben können. Wir erzählen sie unseren Kund:innen schliesslich schon seit Jahren.